„So war es früher bei der Feuerwehr“

„So war es früher bei der Feuerwehr“

Erzählnachmittag aus der Reihe „Weißt Du noch wie`s früher war….“ am 22.06.2016
mit Willi Knapp, Text von Marion Petringmeier 🙂

An diesem Nachmittag kamen sehr viele Kinder zusammen um zu hören, wie es denn früher so bei der Feuerwehr in Leopoldstal zuging. Die Veranstaltung fand nicht in unserer Heimatstube, sondern diesmal im Feuerwehrgerätehaus statt. Dort wartete Willi Knapp auf die Kinderschar, welche den Erzähler wirklich kräftig und lautstark mit unserem „Weißt Du noch wie`s Früher war…“-Lied begrüßten. Es waren immerhin 27 (!) Mädchen und Jungen vor Ort.

1939 in Bochum geboren, im Sauerland bei Warstein aufgewachsen, verschlug es Willi Knapp 1963 nach Leopoldstal. Im Jahr 1971 trat er der Freiwilligen Feuerwehr bei. Nach eigenen Angabenist er 43 Jahre bei der Feuerwehr tätig und ist auch heute noch der Feuerwehrkameradschaft über die sogenannte „Altersabteilung“ verbunden. Aber er ist und war nicht „nur“ Feuerwehrmann sondern er hat die Löschgemeinschaft auch ab 1982 über 13 Jahre als Löschgruppenführer geleitet. Er war hier der „Chef“ bei der Feuerwehr.

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Willi Knapp wusste zu berichten, dass die Freiwillige Feuerwehr in Leopoldstal im Jahr 1934 (offiziell 1936) gegründet wurde. Davor gab es eine Pflichtfeuerwehr.
Bevor das Feuerwehrgerätehaus so wie wir es heute kennen in den 60er Jahren errichtet wurde, gab es einen viel kleineren Geräteschuppen am Birkenweg gegenüber der Wirtschaft „Blome“. Dieses „Spritzenhaus“ wurde vor 1895 gebaut (genaue Unterlagen hierzu fehlen leider). Hier gab es einen Handwagen mit einer Spritze und auch einen Feuerlöschteich. Auch Feuerwehrübungen fanden damals dort statt.

Die Kinder meldeten sich zu Wort und fragten, ob es denn kein richtiges, motorisiertes Feuerwehrfahrzeug gab. Willi wusste, bevor Leopoldstal ein „richtiges“ Feuerwehrfahrzeug bekam, musste ein von Pferden gezogener Leiterwagen ausreichen.
Wir hörten, dass die Firma Brandt damals ein Fahrzeug samt Wasserpumpe gestiftet hatte. Aber es handelte sich um ein gebrauchtes Auto, welches erst einmal zum Feuerwehrauto gemacht werden musste. Darum hat ein Maler aus dem Dorf es rot angestrichen.
So, jetzt gab es zwar ein Feuerwehrauto aber auch noch ein weiteres Problem.
Willi Knapp erzählte, dass 1934 keiner der Feuerwehrmänner einen Führerschein besaß. Da musste ein Freund aushelfen. Das soll August Volland gewesen sein, er war zwar selbst nicht in der Feuerwehr aber er wusste wohl wie wichtig diese Einrichtung war und half deshalb gerne aus.

Von der Vergangenheit zurück in die Gegenwart. Vor kurzer Zeit hat es an der Leopoldstaler Strasse mitten im Ort gebrannt. „Was war da los? …und warum waren so viele Leute und Rettungsfahrzeuge da?“ Diese Fragen brannten den Kindern unter den Nägeln. „Aber es ist doch auch nichts passiert, es war doch nur eine Katze in dem Haus“, wusste ein besonders gut informiertes Kind zu beruhigen.

Ja, was heute so rund um einen Feuerwehreinsatz zu beobachten ist, das wissen die Kinder. Aber wie war das früher? Wie wurde alarmiert, wie haben die Feuerwehrmänner sich vorbereitet und geübt, welche Einsatzwerkzeuge hatten sie?
Damals wurden die Feuerwehrleute nur über Sirenen alarmiert. Die Schutzkleidung hatte jeder Feuerwehrmann zuhause und sie bestand aus einem „Blaumann“ oder einer Latzhose aus festem Baumwollgewebe. Der wichtigste Schutz aber war der Helm mit Nackenleder um den empfindlichen Kopf- und Nackenbereich vor herbfallenden Gegenständen und Glut zu schützen. Aber ganz wichtig waren auch Hakengurt und Axt, Handschuhe aus festem Leder und Schutzmasken mit Kohlefilter.
Ganz früher gab es nur einen Ledereimer für das Löschwasser. So ein Exemplar hatte Willi mit dabei.
Vorbereitet wurden die Männer durch die regelmäßigen Übungen am offenen Wasser am Teich oder Hydranten und – genau wie heute auch noch – durch Leistungswettkämpfe. Letztere mach(t)en auch sehr viel Spaß und die einzelnen Gruppen können sich aneinander messen.
Eine Gruppe für einen Leistungswettkampf besteht aus 9 Mann: Einsatzleiter, Maschinist, Melder, 2 Mann Wassertrupp, 2 Mann Angriffstrupp und 2 Mann Schlauchtrupp. Auch heute noch müssen die Feuerwehrleute spezielle Stiche und Knoten erlernen, einen Staffellauf absolvieren, Fragen beantworten und ihr Können in verschiedenen Übungen unter Beweis stellen.

„Was war denn eigentlich dein schwerster Brand?“ so eine Frage aus dem Publikum. Es gab mal einen großen Flächenbrand oben bei Volland und einen sehr großen Einsatz in Heesten. Schon damals haben Leopoldstal und Heesten zusammengearbeitet. Dort brannte ein Hof ab und die Löscharbeiten dauerten zwei Tage. Das war auch richtig gefährlich. In guter Erinnerung ist Willi geblieben, dass die Kameraden von Heestener Familien mit leckerem Essen versorgt wurden.

„Es riecht hier so nach Grillen!“ – Ja, früher wurden in den Feuerwehrpausen für die hungrigen Kameraden Würstchen gegrillt und das haben wir an diesem Nachmittag mit Unterstützung der (Jugend-) Feuerwehr auch getan.

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Im Anschluss an die leibliche Stärkung mit Würstchen und Limonade (Danke für die Spende der Löschgemeinschaft!), konnten die Kinder endlich selbst aktiv werden und Feuerwehrgerätschaften ausprobieren. Kübelspritze pumpen, Helme und Hitzeschutzanzüge ausprobieren, Schläuche kuppeln, das Feuerwehrfahrzeug begutachten und den aktiven Feuerwehrleuten Fragen stellen. Hier unser besonderer Dank an Dagmar Seifert, Peter Dreier, Thorsten Gast und Claus Müther für die freundliche und tatkräftige Unterstützung!
Den größten Spaß bereitete aber das Spritzen mit den echten Feuerwehrschläuchen: den Strahl hoch in die Luft! Gut, dass wir so einen schönen Sommertag hatten, denn nicht jedes Kind ist dabei trocken geblieben.
„Die kriegste nich eher dabei wech, wie`sWasser alle is“ schmunzelte Willi Knapp, dem die Freude der Kinder nicht entgangen ist.
Aber: Auch dieser schöne Nachmittag muss – trotz noch ausreichend vorhandener Wassermengen – einmal zu Ende gehen. Als Andenken gab es kleine Präsente der Jugendfeuerwehr.
Wir haben gelernt, eine Feuerwehrfrau oder ein Feuerwehrmann muss stark, mutig und tapfer sein, darf nicht „wasserscheu“ sein und sollte Spass an der Kameradschaft haben.
So, und wer jetzt noch Fragen rund ums Thema Ausbildung bei der Feuerwehr hat, der ist herzlich eingeladen sich über die o.g. Kameraden oder jedem anderen Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr zu informieren!
Schöne Sommerferien!

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